80.000 beim „TarifauftaktLive“

Seit 0 Uhr rollen unsere Warnstreiks – trotz Corona.

Bereits in der Nacht legten tausende Beschäftigte die Arbeit nieder. Zuvor haben wir mit unserem Online-Aktionstag „TarifauftaktLive“ die Warnstreiks eingeläutet. 80.000 Metaller*innen waren live im Netz dabei.
Die Friedenspflicht ist vorbei. Seit 0 Uhr rollen unsere Warnstreiks – trotz Corona. Bereits in der Nacht legten tausende Beschäftigte die Arbeit nieder. Zuvor haben wir mit unserem Online-Aktionstag „TarifauftaktLive“ die Warnstreiks eingeläutet. Tausende Metallerinnen und Metaller demonstrierten mit bunten Aktionen für die Tarifforderungen der IG Metall – mit Auto- und Fahrradkorsos, Menschenketten, Fackeln und Bengalos, 80.000 waren live im Netz dabei.

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Arbeitgeber weiter stur

Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie stecken fest. Auch in dieser Woche gab es keinerlei Annäherung. Die IG Metall will Zukunft sichern – doch die Arbeitgeber wollen sparen und Tarife verschlechtern. Die IG Metall startet am Dienstag Warnstreiks.
Bei den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie gab es erneut keinerlei Annäherung. Heute hatten die Arbeitgeber in Sachsen, Bayern und an der Küste noch einmal eine letzte Chance, eine Lösung vor Ende der Friedenspflicht am Montag um 24 Uhr zu finden. Doch sie ließen die Chance verstreichen.

Die IG Metall erhöht nun den Druck auf die Arbeitgeber in den seit Dezember laufenden Tarifverhandlungen. Am Dienstag starten die Warnstreiks.

Die IG Metall will Beschäftigung, Zukunft und Einkommen stärken. Doch die Arbeitgeber wollen sparen, Tarife automatisch absenken und keinerlei verbindliche tarifliche Regelungen zu Arbeitsplätzen und Zukunft abschließen. Das wurde bereits am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und am Donnerstag in Baden-Württemberg klar – und hat sich heute noch einmal bestätigt.

„Auch in der vierten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber keine konkreten und verbindlichen Vorschläge zu den Themen Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge und Entgelt gemacht. Beschäftigungs- und zukunftssichernde Maßnahmen, die Unternehmen nur dann anwenden, wenn es ihnen gefällt, wird es mit uns nicht geben“, kritisiert Knut Giesler, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall NRW. „Auf dieser Basis hat es keinen Sinn gemacht, heute weiter zu verhandeln. Damit haben die Arbeitgeber wertvolle Zeit vertan, um den Beschäftigten und Unternehmen Sicherheit in schwierigen Zeiten zu bieten.“

Arbeitgeber fordern Nullrunde

Bei der Verhandlung in Baden-Württemberg am Donnerstag hat Südwestmetall erneut bekräftigt, erst dann wieder Spielraum für Entgelterhöhungen zu sehen, wenn das Vorkrisenniveau erreicht sei.  Dabei bessert sich die wirtschaftliche Lage zusehends. Über zwei Drittel der Betriebsräte berichteten in einer Umfrage, dass die Situation in ihren Betrieben „normal“ oder sogar „sehr gut“ ist. Trotzdem beharren die Arbeitgeber auf einer Nullnummer.

„Die Arbeitgeber lassen bis dato wenig Bereitschaft erkennen, Ideen und Konzepte zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft zu entwickeln“, kritisiert IG Metall-Bezirksleiter von Baden-Württemberg Roman Zitzelsberger. „Stattdessen drängen sie nach wie vor auf Verschlechterungen der Tarifverträge. Wir haben lange genug davor gewarnt, aber nun sind Warnstreiks nach Ende der Friedenspflicht unausweichlich.“

Arbeitgeber wollen automatische Tarifabweichungen

„Wir wollen Beschäftigungssicherung und Kaufkraftstärkung fair miteinander verbinden. Doch die Arbeitgeber beharren auf ihrer Gegenforderung nach automatischen Abweichungen vom Tarifvertrag“, kritisiert Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. „Außerdem versuchen sie weiterhin, Teile des hart erkämpften Weihnachts- und Urlaubsgeldes aus den Tarifverträgen herauszulösen. Wesentliche Einkommensbestandteile je nach betrieblicher wirtschaftlicher Lage variabel zu gestalten, kommt für uns nicht in Frage. Damit provozieren sie den Widerstand der Beschäftigten und Warnstreiks ab der kommenden Woche.“

Die Arbeitgeber verweigern zudem weiterhin Lösungen, endlich auch die dual Studierenden in Tarifregelungen wie die Übernahme nach der Ausbildung einzubeziehen. Auch die Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten an den Westen wollen sie nicht angehen – über 30 Jahre nach der Einheit, kritisiert Birgit Dietze, Bezirksleiterin der IG Metall in Brandenburg-Sachsen. „Eine Nullrunde für die Beschäftigten in 2021, ein Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung in 2022, jeder fehlende Ansatz für eine Bewegung in der Frage der Angleichung Ost und zukunftsweisende Ideen zur Frage von Beschäftigungssicherung und Transformationsgestaltung sind keine Grundlage für einen soliden Tarifabschluss.“

Aktionstag am Montag – Warnstreiks ab Dienstag

„Wir werden deshalb in der nächsten Woche den Druck erhöhen: zunächst mit einem bundesweiten Aktionstag am Montag und mit Ende der Friedenspflicht in der Nacht zu Dienstag dann auch mit Warnstreiks in vielen Betrieben an der Küste“, kündigte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich an. „Die Metallerinnen und Metaller werden zeigen, dass sie auch unter Corona-Bedingungen kampffähig sind.“

Am Montag um 17 Uhr gehen wir mit einem großen Livestream mit bundesweiten Aktion zum Tarifauftakt auf Sendung. Um 24 Uhr läuft die Friedenspflicht aus.
Ab Dienstag 0 Uhr startet die IG Metall dann die Warnstreiks.

 

»Verunglimpfung ist unverantwortlich«

Gerade hatten wir uns mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) auf den endgültigen Inhalt des Tarifvertrages über Mindestbedingungen in der Altenpflege verständigt.
Seitdem wird der Tarifvertrag von Arbeitgeberseite immer wieder attackiert.
Angesichts von schlechter Bezahlung und akuter Personalknappheit in diesem wichtigen Bereich geht das gar nicht!!!
„Es ist unverantwortlich, wie einige Arbeitgeberfunktionäre mit aller Macht verhindern wollen, dass Ausbeutung in der Altenpflege beendet wird. Sie ignorieren das Problem des Personalnotstandes in diesem gesellschaftlich so relevanten Arbeitsfeld der Daseinsvorsorge“, sagt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und unter anderem verantwortlich für den Bereich Altenpflege, zu den Angriffen.
Unser Ziel ist es, dass der Tarifvertrag nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz im August 2021 auf die gesamte Branche erstreckt wird. Tritt der Tarifvertrag in Kraft, bekäme eine Pflegefachkraft ab 1. Juni 2023 einen Stundenlohn von mindestens 18,75 Euro.

Tarifauftakt LIVE am 1. März um 17 Uhr

Blockt Euch den Termin im Kalender und sagt den Kolleg*innen Bescheiddenn am 1. März um 17 Uhr geht die IG Metall mit einem großen Livestream zur Tarifbewegung auf Sendung. Für die Bewerbung der Sendung in den Betrieben findet ihr auf der Themenseite zahlreiche Informationen, eine Präsentation sowie Grafikpakete für die Printprodukte und Onlinekommunikation. Seid dabei und werbt im Betrieb!

Eine Tarifbewegung zu besonderen Zeiten erfordert besondere Maßnahmen. 

Deshalb findet am 1. März zum Ende der Friedenspflicht der große zentrale Tarifauftakt als Livestream statt.

Dabei ist das Herzstück der des Tarifauftakts nicht der Livestream selbst, sondern die Aktionen in den Geschäftsstellen zum Ende der Friedenspflicht. Alle – Aktive, Mitglieder und Beschäftigte – kommen zusammen und zeigen: Wir stehen geschlossen hinter den Forderungen, wir meinen es ernst und wir sind bereit, dafür zu streiten.

In der Sendung werden neben den Forderungen und dem Verhandlungsstand auch die aktuelle Situation in den Betrieben und Regionen thematisiert. Dazu gibt es im Programm bezirkliche Nachrichtenfenster, um die regionalen Aktionen zu zeigen. 

Natürlich ist auch für ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm gesorgt, u.a. mit Silbermond und Dota! 

Tarifauftakt LIVE

Lieber Kollege Liebe Kollegin,

in vielen Betrieben und Geschäftsstellen laufen die Vorbereitungen für Aktionen zum Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie, bei VW und in der Eisen- und Stahlindustrie. Unseren Kolleginnen und Kollegen in der Textil- und Bekleidungsindustrie ist nach einer massiven Warnstreikwelle ein respektabler Tarifabschluss in schwierigen Zeiten gelungen. Das zeigt: Die IG Metall ist handlungs- und aktionsfähig – auch in der Corona-Pandemie.

Um Druck für unsere Forderungen zu machen, werden bereits in der nächsten Woche und schwerpunktmäßig am 1. März Metallerinnen und Metaller kreativ und lautstark präsent sein.

Der 1. März ist unser Tag des zentralen Tarifauftakts. Morgens und mittags mit Aktionen vor Ort – und ab 17 Uhr in unserem Livestream auf igmetall.de/live